Sonderausstellungen

Die Sonderausstellungen im Stadtmuseum sind zeitlich begrenzt und zeigen Einzelaspekte der stadt-, kultur- und kunstgeschichtlichen Entwicklung in der Stadt Brandenburg an der Havel.

Here I stand - Hier stehe ich. Ausstellung zur Reformation im Gotischen Haus

Epitaph, 17. Jh. Sgl. Stadtmuseum Brandenburg an der Havel

Um auch vielen kleineren Museen in Deutschland eine angemessene Darstellung der Reformation im Lutherjahr 2017 zu ermöglichen, hat das Landesmuseum für Vorgeschichte und die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, das Deutsche Historische Museum Berlin und fünf weitere Partner die Thematik in didaktisch hervorragender Weise in 30 Postern aufbereitet. Die Hauptzielgruppe waren dabei eindeutig nicht die Fachleute, sondern die gesamte Bevölkerung, von denen die meisten sich vielleicht vor langer Zeit in der Schule letztmalig mit der Reformation beschäftigt haben. Die Voraussetzungen der Reformation, die entscheidenden Persönlichkeiten der Reformation, vor allem aber auch die Langzeitwirkungen der Reformation bis in unsere Gegenwart werden in dieser Ausstellung gut verständlich präsentiert. Zusätzlich wird die Ausstellung durch ausgewählte Exponate des Stadtmuseums Brandenburg an der Havel noch anschaulicher gemacht. Darüber hinaus werden Informationen zu den damaligen Entwicklungen und handelnden Personen vor Ort ebenso gegeben wie Darstellungen der Lutherrezeption in späteren Zeiten, wie zum Beispiel in der Nazidiktatur und in der DDR.

Ausstellungsort:

Gotisches Haus
Ritterstraße 86/ Johanneskirchplatz 4
14770 Brandenburg an der Havel

Ausstellungszeitraum:
7. April – 31. Oktober 2017

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag 10-16 Uhr

Eintritt: frei

 

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Theodor Hosemann (1807 - 1875) - Der Berliner Milieumaler aus Brandenburg an der Havel

Die Stubenmaler, 1843, Lithografie, coloriert

In diesem Jahr wäre der aus Brandenburger stammende Maler und Illustrator Theodor Hosemann 210 Jahre alt geworden. Er gehört zu den bekanntesten Brandenburger Künstlern des 19. Jahrhunderts. Am 24.09.1807 wurde er in Brandenburg (Havel) geboren. Nach vier Jahren verließ die Familie aber Brandenburg. Hosemann besaß ein außerordentliches zeichnerisches Talent und lithografische Fähigkeiten. Er eignete sich auch die Finessen der Ölmalerei an und unterrichtete später in Zeichnen und Aquarellieren.
Er war der erste Maler des 19. Jahrhunderts in Deutschland, der das „Milieu der kleinen Leute“, der Handwerker, Kutscher und Schusterjungen, realistisch und volkstümlich darstellte. Seine Motive fand er in Berlin, wo er die meiste Zeit seines Lebens zubrachte. Er gilt heute als einer der wichtigsten Künstler des Berliner Biedermeier.
Er illustrierte auch unzählige Kinder- und Jugendbücher sowie Märchen und zeichnete viele Karikaturen, um 1848 auch politisch-satirischer Art. Er illustrierte u.a.  Bücher von E. T. A. Hoffmann oder Märchen von H. C. Anderson, gestaltete Speise- und Festkarten, Einladungen oder Theaterprogramme. Sein Oeuvre umfasst ca. 6000 Grafiken und 500 Gemälde. Viele Werke von Theodor Hosemann befinden sich heute in Privatbesitz, sind aber auch in großen Museen und Bibliotheken sehr gut vertreten. Im Stadtmuseum Brandenburg an der Havel gehören rund 100 Arbeiten von Theodor Hosemann zum eigenen Bestand und zum Bestand der Stiftung Wredowsche Zeichenschule.
Erstmalig wird mit der Sonderausstellung nun ein umfassender Einblick in diese Bestände von fünf Gemälden und den meist kleinformatigen Aquarellen, Lithografien und Bleistiftskizzen gegeben.
 
Ausstellungsdauer: 29.9.2017 – 28.01.2018

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Vom Raupenschlepper zum Truck. Spielzeug des VEB Mechanische Spielwaren Brandenburg (Havel) 1956 - 1991

Spielzeug des VEB Mechanische Spielwaren, 1980er Jahre

Zum Beginn der Sommerferienzeit in Brandenburg ist das Ausstellungsangebot des Stadtmuseum erweitert worden. In Ergänzung der ständigen Ausstellung zur Branden- burger Spielzeugindustrie beleuchtet nun zusätzlich ein wesentlich vertiefender Abschnitt  die jüngste Epoche der Spielzeugherstellung im VEB Mechanische Spielwaren Brandenburg (Havel).

Das Museum Brandenburg hatte es sich seit den 1950er Jahren zur Aufgabe gemacht, Spielzeug aus der Stadt Brandenburg systematisch zu sammeln und der Öffentlichkeit zu zeigen. Aus der umfangreichen Spielzeugsammlung des Stadtmuseums wird in der Museumsreihe „ Schätze aus dem Depot“ nun eine Werkschau gezeigt, die die Produktionspalette des VEB Mechanische Spielwaren Brandenburg umfassend wie noch nie präsentiert.

35 Jahre lang fertigte der Betrieb VEB Mechanische Spielwaren Brandenburg (MSB) in den ehemaligen Fabrikgebäuden des Spielzeugwerkes von Ernst Paul Lehmann Spielzeug an. Es begann am 1. September 1956. Figürliches Spielzeug stellte in den Anfangsjahren das Hauptsortiment dar. Danach  wurde die Produktion zielgerichtet auf die Herstellung von Fahrzeugen umgestellt. Das blieb bis zur Schließung Ende 1991 so.
Thematisch oder nach Fahrzeugserien geordnet, werden die  Raupenschlepper, Baufahrzeuge, Tankfahrzeuge, Feuerwehren, Serviceautos, Rennwagen, Container-Fahrzeuge oder Autos der Kleinfahrzeugserie GNOM, Jeeps, Flugzeuge und Weltraumspielzeug, Lastkraftwagen, Trucks und Spielzeug anderer Art, das ebenfalls in Brandenburg produziert wurde, vorgestellt. Mechanisch oder elektromechanisch angetrieben waren die Fahrzeuge sehr funktionell und erfreuten darum Kinderherzen im In- und Ausland.
Groß und Klein können sich an den der Realität nachempfundenen Fahrzeugarten, an den zeittypischen Fahrzeugen oder an den unterschiedlichen Varianten eines Fahrzeugtyps erfreuen. Beeindruckend sind die oft sehr farbenfrohen Aufdrucke, die eindeutig erkennen lassen, dass diese Autos häufig auch für den Export ins Ausland bestimmt waren.

Zeitgenössische farbige Werbeblätter mit Produktinformationen sowie zahlreiche Fotos aus verschiedenen  Produktionsbereichen lassen die Besucher in die Welt der industriellen Fertigung des Spielzeugs in Brandenburg eintauchen. Eine digitalisierte Fotoschau von 1974 ermöglicht einen Überblick über die Entwicklung des Betriebes in all seinen Facetten. Kinder haben auch die Gelegenheit selbst mit Autos zu spielen. Eltern und Großeltern könnten dabei ihren Kindern und Enkelkindern die Funktionsweise der Fahrzeuge erklären und aus ihrer eigenen Kindheit erzählen, wie sie selbst mit derartigen Autos gespielt haben.

 

 

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